Marktkommentar

Makroökonomische Lage und Finanzmärkte:

 Seit Anfang August befinden sich die wichtigsten Aktienmärkte auf Talfahrt.

Der spektakuläre Fall der letzten Tage verdeutlichte sich am 24. August mit Verlusten von -22.7% für den DAX, und -14.6% für den Eurostoxx 600.

Durch eine besonders starke „flight to quality“ Dynamik aller risikoreichen Anlagen in Richtung von deutschen Bundesanleihen ist der 10 Jahres Kurs dieser auf 2.07%, und damit beinahe auf ein 18-Monatstief, gesunken.

Die Gründe für die Besorgnis der Märkte sind bekannt:  Eine besonders hohe Staatsverschuldung auf beiden Seiten des Atlantiks und die Erwartung der damit verbundenen Sparmaßnahmen, die uns direkt in eine Rezession stürzen würden.

Wir sind uns des Ernstes dieser Situation bewusst aber vertreten die Meinung, dass die Märkte in Anbetracht einer wahrscheinlichen Verlangsamung der Wirtschaft eine wahre Depression „pricen“.

Der Anstieg der europäischen „credit spreads“ kompliziert die Situation noch weiter aber wir glauben das die Politiker sich koordinieren werden und alle nötigen Schritte unternehmen werden um zukünftige Zahlungsunfähigkeiten zu verhindern.

 Des Weiteren sollte die aktuelle starke Korrektur der Rohstoffmärkte (-11% für das Barrel Erdöl in den letzten 10 Tagen) einen positiven Einfluss auf die Wachstumsprognosen haben.

Warum man weiterhin in Aktien investieren sollte?

Die Valorisation von Unternehmen, mit einem Price/Book des Eurostoxx 50 von 1.01, ist auf historischen Tiefstständen. Dies ist auch auf Unternehmen zu, die weder von der wirtschaftlichen, noch von der finanziellen Seite, Schwierigkeiten aufweisen.

Trotz der Enttäuschungen durch manche zyklischen Werte, lagen die Ergebnisse der Unternehmen im ersten Halbjahr des Jahres allgemein über den Erwartungen. Das niedrige Verschuldungsniveau von vielen Unternehmen kann man ebenfalls nicht abstreiten.

Wie reagiert das Management Team der Financière de l‘Echiquier?

In Zeiten wie diesen ist es besonders wichtig Reaktivität zu beweisen und das Steuer fest in der Hand zu halten. Die wichtigsten Bewegungen betrafen den Verkauf von Werten, die der Thematik der Staatsverschuldung   (Werte aus dem Banken & Finanzsektor waren in unseren Fonds immer nur sehr wenig vertreten) und der zukünftigen Sparmaßnahmen ausgesetzt sind.

Das Management Team bevorzugt derzeit Unternehmen mit starkem Wachstumsprofil, überzeugend robusten Ergebnissen im zweiten Quartal und starken Absatzzahlen in Schwellenländern. Sowohl die amerikanischen, als auch die europäischen Ergebnispublikationen der letzten Wochen haben das Weltwachstum bestätigt und einmal mehr unterstrichen, dass Schwellenländer die Schwächen der „alten“ Wirtschaftsmächte wettmachen können.

In Anbetracht der aktuellen Situation steht die Analyse der Bilanzen von Unternehmen verstärkt im Mittelpunkt.

Die Gefahr einer Fortsetzung des aktuellen „sell-offs“ spiegelt sich bei uns, wie immer, in unserer Vorsicht bezüglich der Liquidität der Fonds wieder. Aufgrund unserer in diesem Schreiben genannten Überzeugungen halten wir derzeit in allen unseren Fonds eine relativ hohe Investitionsquote von durchschnittlich knapp 90%.

Wir empfinden die aktuellen Reaktionen der Märkte als übertrieben und nützen die Möglichkeit um nach den besten Opportunitäten zu suchen indem wir die Werte unserer „watch list“ in einem neuen Licht betrachten.

Wir stehen Ihnen natürlich jederzeit gerne für weitere Informationen und zur Beantwortung Ihrer Fragen zur Verfügung.

Marc Craquelin, Chief Investment Officer